Laut der vom Marktforschungsunternehmen Gemius durchgeführten Untersuchung wächst die Anzahl der polnischen Verbraucher, die Nahrungsmittel online einkaufen. Bereits jeder fünfte im Internet aktive Pole erledigt zumindest einen Teil seiner Lebensmitteleinkäufe online.

Forschungsergebnisse

Laut der Untersuchung von Gemius („e-Commerce Polska 2015“) kaufen inzwischen 21% der polnischen Internetnutzer Nahrungsmittel online. Bei etwa 22 Millionen Internetnutzern sind das schätzungsweise 4,5 Millionen Kunden. Zudem ist auch der Anteil der Seitenaufrufe von Lebensmittelshops, gemessen an den Aufrufen aller Internetseiten in Polen von 2,9% im Jahr 2013 auf aktuell 4,5% gestiegen. Die Online-Lebensmittelgeschäfte werden immer häufiger besucht. Insbesondere jüngere Menschen bestellen ihr Essen immer öfter online.

Nur wenige große Einzelhandelsketten verkaufen online

Von den 20 größten Einzelhandelsketten in Polen bieten allerdings nur wenige auch einen Onlineverkauf an, namentlich Tesco, Piotr i Pawel, Auchan, E.Leclerc und Alma24.pl. Populär ist auch das Lebensmittelgeschäft Frisco.pl, in welches unter anderem die Großhandelsgruppe Eurocash investiert hat. Insgesamt soll es nach Angaben der Beratungsfirma KPMG etwa 420 Onlineshops in Polen geben, die Nahrungsmittel anbieten. Die meisten davon sind jedoch kleine, spezialisierte Läden.

Umsätze des polnischen Online-Lebensmittelhandels

Das Marktforschungsunternehmen Euromonitor International schätzt die Umsätze des polnischen Internethandels mit Lebensmitteln auf 269 Millionen Zloty. Der Umsatz ist innerhalb der letzten sechs Jahre durchschnittlich um etwa 20% jährlich gestiegen. Dennoch glauben die Marktbeobachter, dass sich in diesem Segment künftig noch viel mehr Geld verdienen lassen wird. Prognostiziert wird eine Verdopplung der Zahl der großen Handelsketten mit Onlinegeschäften innerhalb der kommenden zwei Jahre.

Ausnahmen vom Widerrufsrecht

Waren, die schnell verderben können oder deren Verfallsdatum schnell überschritten würde, sind vom Widerrufsrecht ausgenommen. Schnell verderben können Waren dann, wenn nach ihrem Transport und ihrer Verweildauer beim Verbraucher ein verhältnismäßig erheblicher Teil ihrer Gesamtlebensdauer abgelaufen wäre. Der Händler muss daher jeweils darüber informieren, ob ein bestimmtes Produkt in diese Kategorie fällt oder nicht.

Zudem gibt es, nach den in allen EU-Mitgliedstaaten geltenden und harmonisierenden Bestimmungen zum Widerrufsrecht, auch eine Ausnahme für Verträge zur Lieferung versiegelter Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn ihre Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde. Werden eingeschweißte Lebensmittel geöffnet, wird eine Rückgabe in den meisten Fällen aus hygienischen Gründen ausgeschlossen sein.

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